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Von Kairo nach Dortmund

Alles begann damit, dass Juliane im Facebook einen Beitrag entdeckte, in dem das Foto eines jungen Hundes, in einem jammervollen Zustand zu sehen war. Abgemagert, in einem Haufen Müll, von der Hüfte abwärts bewegungsunfähig.... mitten in Kairo

Wie er in diese Situation kam, wissen wir nur vom erzählen. Sein Fundort war ein Müllberg unter einem Hochhaus in der City von Kairo. Er ist aus dem 7. Stock des Hauses geworfen worden, als sein Besitzer in seiner Wohnung überfallen und einem Tötungsdelikt zum Opfer fiel. In diesem Durcheinander kümmerte sich natürlich niemand um den Hund, viele Tage verbrachte er schwer verletzt auf den Müllbergen, von denen er sich auch ernährte. Irgendwann entdeckte ihn ein Mitarbeiter der Tierschutz Organisation ESMA und brachte ihn in einer Auffangstation unter. Jetzt war er zwar in relativer Sicherheit aber perspektivenlos.

Schnell stand für Juliane fest, dass sie diesem kleinen Wesen helfen musste.

Nach unzähligen e-Mails und Telefonaten konnte endlich eine zuständige Person in Kairo ausgemacht und kontaktiert werden. Aber das war erst der Anfang, es folgten Informationsgespräche zu den Einreise-und Quarantänebestimmungen mit dem Veterinär Amt des Flughafens Frankfurt am Main. Die zuständige Tierärztin dort zeigte sich sehr hilfsbereit und war eine große Hilfe. Nach der Erledigung aller Formalitäten in Ägypten, wie auch hier in Deutschland, gab es grünes Licht für den kleinen Jo. Mit dem nächsten Flugpaten konnte er reisen.

Und dann kam er in Frankfurt an, Julianes Aufregung war groß, ihre Geduld wurde weiterhin auf die Probe gestellt, in Form von Verspätung des Fliegers. Aber dann konnte sie ihren Schützling in Empfang nehmen.

In seinem Gepäck hatte der kleine Jo, der seit seiner Ankunft in Deutschland ARATON heißt auch seine Krankenakte. Da diese nicht wirklich viel aussagte, war der erste Weg zum Tierarzt. Nachdem Röntgenbilder angefertigt wurden stand fest, dass er einen bereits heilenden Beckenbruch und einen Bruch eines Wirbeldaches hat. Zu seinem großen Glück war sein Rückenmark unbeschädigt. Da er über keinerlei Muskeln in der Hinterhand verfügte, musste dort mit seiner Behandlung begonnen werden. Seit dieser Zeit bekommt er zweimal in der Woche Physiotherapie, inzwischen auch auf dem Unterwasserlaufband. Weiterhin werden seine Muskeln mit Reizstrom und Akkupunktur angeregt. Alles in allem hat er bis jetzt gute Fortschritte gemacht, sei es in der Entwicklung seiner Muskulatur, Gewichtszunahme oder sein psychischer Zustand. Araton ist trotz seiner Behinderung ein Hund voller Lebensfreude. Ob er jemals selbstständig laufen kann, wissen wir nicht, es wäre aber auch zu früh darüber zu urteilen.

Araton lebt bei Juliane in Recke. Seit seiner Ankunft ist er immer an ihrer Seite, sei es auf der Arbeitsstelle, im Pferdestall oder wo auch immer sie gerade ist. Sie hat mit seiner Rettung eine große Verantwortung übernommen, im Prinzip organisiert sie ihr Leben rund um den Hund herum. An dieser Stelle sagen wir ihr DANKE für diesen großartigen Einsatz. Unser Dank gilt aber auch dem Chef der Fa. WF- Elektrotechnik in Dortmund, der die ersten, nicht unerheblichen Kosten zur Rettung von Araton übernommen hat und es Juliane ermöglicht, den Hund täglich mit zur Arbeit zu nehmen.

Araton macht gute Fortschritte, benötigt aber immer noch weitere kostenintensive Behandlungen.

Wer Aratons Behandlungen unterstütze möchte, kann gerne Pate von ihm werden:
http://www.pfoten-ohne-heimat.de/patentiere/list

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